Man erinnert sich fast nur an die schlimmen Dinge #DBW2014

Also für die schlimmen und schaurigen habe ich garnicht genug Zeit das alles nieder zu schreiben.

Das mag sicherlich daran liegen, das diese unschönen Momente einfach besser im Gedächtnis haften bleiben.

In meiner Jugend war es normal die Sommerferien im Krankenhaus zu verbringen. Da wurde man dann immer schön neu eingestellt um dann danach erst einmal alles wieder zurück zu drehen, da der Krankenhausaufenthalt in keinster weise etwas mit dem echten Leben zu tun hatte.

Mein persönliches Horrorhaus ( es gibt welche, die fanden es dort wunderbar ) war die Diabetes-Spezial-Klinik in Ratingen Hösel.

Sehr schön gelegen, ja, aber ich kann mich an mehrere Begebenheiten erinnern, die waren echt unschön. Ich gebe mal eine harmlose zum besten…

Ich war mit meinem Besuch unterwegs und sind am Grünen See in Ratingen Tretboot gefahren. Mit dem Ergebnis, das ich natürlich eine Hypo hatte und was essen musste. Das Ergebnis war ein 200er Wert. Dafür wurde ich dann ganz schön angemault mit dem Kommentar, das ich nur das Essen dürfe, was man mir mitgibt. Darauf habe ich nur geantwortet: Jawoll, bei der nächsten Hypo lege ich mich auf den Boden und warte bis Sie mir was bringen…

Boah, das ist gerade harter Tobak für mich, das wühlt echt auf, na gut, raus damit.

Ich war 18, glaube ich zumindest.

Angefangen hatte es damit, das es mir einfach schlecht ging. Ich wurde dann mit dem KTW ins örtliche Krankenhaus gebracht wo ich dann untersucht wurde. Die Diagnose war dann, jaja, ein Magen-Darm-Infekt, damit können wir Dich nicht hier behalten. Ich hatte dann nochmal darum gebeten die Blutgas Werte zu Prüfen was dann auch gnädiger Weise gemacht wurde. Diese waren auch schon erhöht wurde aber ignoriert.

Da mir nichts anderes übrig blieb bin ich aufs Ganze gegangen, mir wurde nämlich echt übel und habe um eine Nierenschale gebeten, diese wurde sofort wegen Überfüllung geschlossen und man hat mich dann doch stationär aufgenommen.

Knapp drei Stunden später lag ich auf der Intensivstation. Voll entgleist, was auch sonst. Da es für mich nichts schlimmeres als Übelkeit gibt, habe ich natürlich rumgestöhnt, ich will nicht mehr ich kann nicht mehr.

Dann kann ich mich noch daran erinnern, das der Halbgott in Weiß zu meiner Mutter meinte, wenn Ihr Sohn sterben will, dann helfen wir Ihm dabei. Schnitt… mir fehlen drei(?) Tage. Der Doc hatte mich abgeschossen anstatt etwas gegen meine Übelkeit zu tun.

Weiter ging es dann mit dem Oberhalbgott in Weiß und einem guten Wert vor dem Mittagessen, denn dieser ahnungslose meinte dann die Insulinzufuhr zu reduzieren, da der Wert ja gut war. Bolusinsulin habe ich keins bekommen und ich meinte nur, das man das besser nicht machen sollte was er da gerade macht. Nun gut, er ist der Arzt und ich habe die Krankheit, also hat der Arzt entschieden und ich habe ihm ein bis in drei Stunden gewünscht. Na was glaubt Ihr wer nach drei Stunden völlig fassungslos ob des hohen Wertes in der Tür stand?

Tja, dann durfte ich noch zur Kontrolle über Weihnachten im Krankenhaus bleiben um dann am ersten Tag nach Weihnachten nach Hause zu gehen. Alleine, keiner der einen Abholt oder so. Dann steht man vor der Wohnungstür, die Haustür war zum Glück auf, und was ist?

Kein Schlüssel, keiner da der einem auf macht. Zum Glück konnte man in diese Wohnung sehr leicht einbrechen…

Was mich auch sehr aus der Bahn geworfen hat, war dann der Umstand, das auch Maxine mit knapp 2 Jahren Ihren Diabetes bekommen hat. Dann ist man mit einem frisch Diagnostizierten Kind auf einer Kinderstation, wo dreiviertel der Zimmer unter Quarantäne stehen, weil da der Rota-Virus umgeht und das Kind das natürlich auch bekommt. Das Ganze dann mit einem Brief vom Gesundheitsamt endet, wo man sich unter Androhung einer Geldstrafe bei denen melden musste. Die Dame vom Gesundheitsamt war nicht begeistert als ich Sie aufklärte, das wir nicht wegen dem Rota-Virus im Krankenhaus waren, sondern diesen dort bekommen haben.

Und es gäbe noch viel mehr zu erzählen…

Es gibt aber auch gutes zu berichten. Wir haben eine super gute Diabetologin die uns auch mal wieder auf den Boden der Realität zurückholt. Ich hatte eine tolle Lehrerin, Frau Yavas-Hermes (muss den Namen mal rauskramen ), Sie kam mit mir und meinem Diabetes gut zurecht. Für Maxine hatten wir im ersten Kindergarten nur die Leitung als Problem, der zweite Kindergarten hat das super im Griff gehabt und die Schule konnte da nochmal einen drauf legen. Sie wurden von unserer Diabetologin geschult, alle Lehrkräfte und OGS-Kräfte waren bei der Schulung anwesend und sind sehr engagiert. Zur Zeit sind von den 149 Kindern 3 Diabetiker, 1., 3. und 4. Klasse.


dbw